Sanimio.de Icon
Erkrankungen

Nagelpilz: Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung

Kirsten Weißbacher
Verfasst von Kirsten Weißbacher
Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2026
Lesedauer: 5 Minuten
© Inside Creative House / istockphoto.com

Ein Finger- oder Zehennagel verfärbt sich gelblich bis bräunlich, wird dicker oder brüchig? Dann kann ein Nagelpilz (Onychomykose) die Ursache sein. Auch wenn die Infektion meist weder schmerzt noch juckt, ist sie hartnäckig.

Wenn Sie Nagelpilz frühzeitig erkennen und die folgenden Geheimtipps beachten, lässt er sich gut behandeln – allerdings braucht es dafür Geduld, denn besonders bei Zehennägeln dauert die Heilung oft mehrere Monate. Ohne Behandlung heilt Nagelpilz in der Regel nicht von selbst ab.

Im Folgenden erfahren Sie, wie Nagelpilz entsteht, woran Sie ihn erkennen, welche Behandlung hilft und wie Sie einer Infektion wirksam vorbeugen können.

Auch interessant: Nagelpilz zählt zu den häufigsten Nagelerkrankungen. Schätzungen zufolge betrifft er etwa drei bis zwölf Prozent der Bevölkerung. Besonders häufig tritt die Infektion bei älteren Menschen auf, da das Immunsystem im Laufe der Zeit an Abwehrkraft verliert.²

Wie entsteht Nagelpilz?

Nagelpilz wird meist durch Hautpilze (Dermatophyten) verursacht, seltener durch Hefe- oder Schimmelpilze. Während Hefepilze häufiger die Fingernägel befallen, sind Dermatophyten meist für Nagelpilz an den Zehennägeln verantwortlich.²

Da Fußpilz und Nagelpilz oft gemeinsam auftreten, gilt Fußpilz häufig als Auslöser oder Vorstufe einer Nagelinfektion.² Wer den ansteckenden Nagelpilz vermeiden möchte, sollte im Alltag auf Folgendes achten:¹

  • Barfußlaufen vermeiden, besonders in Schwimmbädern, Saunen oder Gemeinschaftsduschen
  • keine Handtücher, Schuhe oder Nagelscheren teilen, um Pilzsporen nicht weiterzugeben
  • kleine Verletzungen an Haut oder Nägeln vermeiden
  • auf gute Nagelpflege achten
  • Füße trocken halten
  • luftdurchlässige Schuhe tragen

Diese Geheimtipps unterstützen einen langfristigen Schutz vor Nagelpilz.

Wie erkennt man Nagelpilz?

Typische Anzeichen für Nagelpilz sind:

  • Verfärbung des Nagels: weißlich-gelb, manchmal bräunlich oder trüb
  • Veränderung der Nagelstruktur: der Nagel wird brüchig, verdickt sich oder splittert
  • Beginn meist am Nagelrand: die Infektion breitet sich langsam über den gesamten Nagel aus
  • Ablösung vom Nagelbett: in fortgeschrittenen Fällen kann sich der Nagel teilweise lösen
  • Schmerzen oder Druckempfindlichkeit: besonders beim Gehen oder eng anliegendem Schuhwerk
  • Häufig betroffene Nägel: vor allem die Zehennägel, meist der große Zeh

Nagelpilz behandeln – was hilft wirklich?

Nagelpilz wird meist mit medizinischem Nagellack oder spezieller Creme behandelt. Diese Produkte hemmen das Pilzwachstum oder töten den Erreger ab. Wichtig ist eine regelmäßige Anwendung über mehrere Monate – erst, wenn der Nagel gesund nachgewachsen ist, gilt die Behandlung als abgeschlossen.²

Bei stärkeren Infektionen kann eine medikamentöse Therapie nötig sein. Solche Medikamente sollten Sie nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen, da Nebenwirkungen möglich sind.²

Mit Geduld, konsequenter Pflege und der richtigen Behandlung lässt sich Nagelpilz gut in den Griff bekommen und die Nagelgesundheit langfristig stärken.

Nagelpilz vorbeugen – so schützen Sie Ihre Nagelgesundheit

Nagelpilz entwickelt sich häufig als Folge eines Fußpilzes. Wer also Fußpilz vorbeugt, trägt gleichzeitig zum Schutz vor Nagelpilz bei.²

Da Pilze vor allem in feuchter Umgebung gedeihen, sind trockene und gut durchlüftete Füße der beste Geheimtipp bei Nagelpilz. Vermeiden Sie daher Bedingungen, in denen sich Pilzsporen leicht vermehren können:²

  • Füße nach dem Duschen, Baden oder Schwimmen gründlich abtrocknen – besonders zwischen den Zehen, am besten zusätzlich trockenföhnen
  • luftige, nicht zu enge Schuhe tragen und das Schuhwerk täglich wechseln
  • Schuhe regelmäßig auslüften oder in der Sonne trocknen lassen
  • in öffentlichen Duschen, Umkleiden oder Schwimmbädern Badeschlappen tragen
  • keine Handtücher, Socken oder Schuhe mit anderen Personen teilen

Auch verletzte oder gereizte Nägel können das Eindringen von Pilzerregern begünstigen. Gut sitzende Schuhe und atmungsaktive Socken helfen, Reibung und Druckstellen zu vermeiden – ein wichtiger Beitrag zur langfristigen Nagelgesundheit.²

Nach einer überstandenen Infektion ist Hygiene besonders entscheidend: Socken, Handtücher und Bettwäsche sollten bei mindestens 60 °C gewaschen werden. Zusätzlich können Hygienespüler oder spezielle Waschzusätze helfen, Pilzsporen auch bei niedrigeren Temperaturen abzutöten. Denken Sie daran, auch Ihre Schuhe regelmäßig zu desinfizieren – dort können Pilzsporen monatelang überleben.²

So lässt sich Nagelpilz wirksam vorbeugen und die Nagelgesundheit dauerhaft schützen.



Fazit

Nagelpilz ist eine hartnäckige, aber behandelbare Nagelerkrankung, die sowohl Fingernägel als auch Zehennägel betreffen kann. Frühe Erkennung, konsequente Pflege und die richtige Behandlung sind entscheidend, um die Infektion erfolgreich zu bekämpfen. Vorbeugende Maßnahmen wie trockene Füße, sauberes Schuhwerk und Hygiene im Alltag reduzieren das Risiko einer Neuinfektion deutlich. Geduld ist dabei ein zentraler Faktor, da die Heilung vor allem bei Zehennägeln mehrere Monate dauern kann. Wer diese Tipps beachtet, stärkt langfristig die Nagelgesundheit und minimiert das Risiko erneuter Infektionen.

FAQ zum Thema Nagelpilz

Was ist Nagelpilz und wie entsteht er?

Nagelpilz (Onychomykose) wird meist durch Hautpilze (Dermatophyten) verursacht, seltener durch Hefe- oder Schimmelpilze. Er tritt häufig in Verbindung mit Fußpilz auf und beginnt meist am Nagelrand, bevor sich die Infektion über den gesamten Nagel ausbreitet.

Welche Symptome deuten auf Nagelpilz hin?

Typische Anzeichen sind eine gelblich-weiße Verfärbung, Verdickung oder Brüchigkeit des Nagels, Ablösung vom Nagelbett, Druckempfindlichkeit und häufig der Befall der Zehennägel, besonders des großen Zehs.

Wie kann Nagelpilz behandelt werden?

Nagelpilz wird in der Regel mit medizinischem Nagellack, speziellen Cremes oder bei schweren Fällen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten behandelt. Eine konsequente Anwendung über mehrere Monate ist entscheidend, bis der Nagel vollständig gesund nachgewachsen ist.

Über unsere*n Autor*in
Kirsten Weißbacher
Kirsten hat Germanistik in Hamburg studiert und im Anschluss ein Volontariat gemacht. Nach ihrem Start in der Unternehmenskommunikation eines lokalen Herstellers wechselte sie in die freiberufliche Tätigkeit. Seit Februar 2024 ist Kirsten bei Digitale Seiten und schreibt dort Ratgeber zu Handwerksthemen aller Art.